Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf und Landtagsabgeordneter Stefan Teufel informieren sich über Fortschritt der Bauarbeiten


Historischer Heiligkreuzort wird Schritt für Schritt neu gestaltet

„Hier entsteht Stück für Stück ein völlig neues Gesicht des Heiligkreuzorts. Was vor wenigen Jahren noch nach einer großen Vision ausgesehen hat, wird jetzt ganz konkret sichtbar“, sagt Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf. „Wir investieren damit nicht nur in eine Erneuerung der Infrastruktur, insbesondere der Ausbau eines Nahwärmenetzes, sondern ganz wesentlich in die Aufenthaltsqualität, die Barrierearmut, mehr Grün und damit in Summe für die Zukunft unserer historischen Innenstadt.“

Die umfassenden Sanierungsarbeiten im Heiligkreuzort werden in mehreren Bauabschnitten umgesetzt. Der erste Bauabschnitt, die Bruderschaftsgasse, wurde im vergangenen Jahr fertiggestellt und wieder für die Öffentlichkeit freigegeben. Die Gasse präsentiert sich heute mit neuen Pflasterflächen, zusätzlichen Bäumen und Grünbereichen, Sitzmöglichkeiten und Fahrradabstellplätzen deutlich aufgewertet. Alte Ver- und Entsorgungsleitungen wurden ebenso wie die Hausanschlüsse ersetzt. Mit der Erweiterung des bestehenden Nahwärmenetzes wird  angestrebt, auch den allen Anliegern in den historischen Gassen diese Möglichkeit der Wärmeversorgung zu ermöglichen.

Auch die Schulgasse und die Pfarrgasse sind inzwischen weitgehend fertiggestellt. Die Arbeiten wurden dort zwischen März und Oktober 2025 umgesetzt. Parallel wurden weitere Bereiche rund um das Münster neu gestaltet.

Besonders prägend ist die Neugestaltung des Münsterplatzes. Die neue Freitreppe schafft einen großzügigen Zugang zum Platz und verbindet ihn stärker mit dem Alten Rathaus und der Oberen Hauptstraße. Zusätzliche Begrünung, Sitzmöglichkeiten und eine verbesserte Wegeführung erhöhen die Aufenthaltsqualität. Auch die Gasse am Münsterplatz ist nahezu fertiggestellt. Der Münsterplatz und seine angrenzenden Bereiche gehören zum zweiten Bauabschnitt, dessen Gesamtvolumen bei rund 2,7 Millionen Euro liegt. Davon werden 888.000 Euro aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert.

Mit dem dritten und letzten großen Bauabschnitt konzentrieren sich die Arbeiten nun auf die Oberamteigasse und ihre Anschlussbereiche. Dazu gehören insbesondere die Hintere Höllgasse, das Boltengäßle und die Schlachthausstraße. Die Oberamteigasse erhält dabei eine hochwertige neue Gestaltung mit Natursteinpflaster und Asphaltflächen. Vorgesehen sind unter anderem zusätzliche Grünflächen und mehrstämmige Gehölze, Sitzmöglichkeiten, Flächen für Außengastronomie sowie neue Fahrradabstellplätze.

Ein besonderer Bestandteil des dritten Bauabschnitts ist das Boltengäßle. Dort wird nicht nur die Oberfläche neu gestaltet, sondern auch das bestehende historische Brückenbauwerk saniert. Bei der Gewölbe- beziehungsweise Bogenbrücke sind im Vorfeld Schäden untersucht worden.

Für den dritten Bauabschnitt sind nach der aktuellen Kostenberechnung rund 1,17 Millionen Euro für Bau- und Baunebenkosten vorgesehen. Davon entfallen rund 350.000 Euro auf Fördermittel aus dem Sanierungsgebiet, der städtische Eigenanteil beträgt rund 820.000 Euro.

Der Bauablauf ist so angelegt, dass die Arbeiten an der Oberamteigasse und den Anschlussbereichen bis Ende 2027 abgeschlossen werden sollen. Damit soll der gesamte Heiligkreuzort rechtzeitig zur Landesgartenschau 2028 in seiner neuen Gestaltung erlebbar sein.

Eine zentrale Grundlage für die umfangreiche Neugestaltung ist die Städtebauförderung von Bund und Land. Das Sanierungsgebiet „Stadtmitte“ besteht seit 2016 und wurde inzwischen verlängert. Allein für das Jahr 2026 konnte Rottweil erneut eine außergewöhnlich hohe Finanzhilfe von 3,5 Millionen Euro für das Sanierungsgebiet mobilisieren. Bereits 2025 waren 2,8 Millionen Euro bewilligt worden.

Die Besonderheit der Städtebauförderung liegt darin, dass Bund und Land die Förderung gemeinsam tragen. Im Sanierungsgebiet „Stadtmitte“ werden die Fördermittel zu 60 Prozent von Bund und Land getragen, während die Stadt Rottweil die verbleibenden 40 Prozent aufbringt. „Die Städtebauförderung ist für Rottweil ein enorm wichtiger Hebel. Sie ermöglicht uns, Projekte umzusetzen, die unsere historische Innenstadt dauerhaft stärken und gleichzeitig private Investitionen anzustoßen“, betont Dr. Ruf. „Dass wir 2026 erneut 3,5 Millionen Euro Finanzhilfe für das Sanierungsgebiet erhalten haben, ist alles andere als selbstverständlich. Das Programm ist stark nachgefragt.“

Beim Rundgang dankte Oberbürgermeister Dr. Ruf dem Landtagsabgeordneten Stefan Teufel ausdrücklich für seinen Einsatz für Rottweil und die Unterstützung des Landes bei der Städtebauförderung. „Ich möchte mich bei Stefan Teufel ganz ausdrücklich für die Unterstützung bedanken. Gerade bei solchen langfristigen Stadtentwicklungsprojekten ist es wichtig, dass wir starke Partner in Stuttgart haben, die unsere Anliegen kennen und unterstützen“, so Dr. Ruf. „Mein Dank gilt ebenso dem Land Baden-Württemberg und dem Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen. Die wiederholte hohe Förderung ist eine große Anerkennung für unseren eingeschlagenen Weg.“

Stefan Teufel betonte bei seinem Besuch die Bedeutung der Investitionen für die Entwicklung der Stadt: „Rottweil nutzt die Möglichkeiten der Städtebauförderung sehr konsequent. Was hier im Heiligkreuzort entsteht, ist eine nachhaltige Aufwertung der historischen Innenstadt. Das ist gut für die Bürgerinnen und Bürger, für Handel und Gastronomie und nicht zuletzt für die vielen Gäste, die Rottweil künftig – insbesondere im Umfeld der Landesgartenschau 2028, aber auch darüber hinaus – besuchen werden.“