TK Doc Tour 2025 – Junge Mediziner im Dialog über Zukunft der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum


TK Doc Tour 2025

Gemeinsam mit Nadia Mussa, Leiterin der Landesvertretung Baden-Württemberg der Techniker Krankenkasse (TK), diskutierte der Landtagsabgeordnete Stefan Teufel die inhaltlichen und finanziellen Herausforderungen der medizinischen Ausbildung sowie die Attraktivität des Arztberufs außerhalb der Ballungsräume mit den jungen Studenten.

„Wir brauchen motivierte junge Menschen, die Verantwortung übernehmen – und die wissen, dass sie im ländlichen Raum beste Chancen haben, moderne Medizin mit Nähe zum Menschen zu verbinden“, betonte Stefan Teufel. „Gerade hier sind Hausärzte und Praxisteams tragende Säulen der Versorgung.“

Teufel, selbst stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion und Mitglied im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration, setzt sich seit Jahren für eine hochwertige medizinische Versorgung im ländlichen Raum ein: „Das Land Baden-Württemberg hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Versorgung zu sichern und die Arbeit im Gesundheitswesen attraktiver zu gestalten“ und geht auf die verschiedenen Punkte ein:

·       Mit der Landarztquote werden jährlich 150 Medizinstudienplätze für Bewerberinnen und Bewerber reserviert, die sich verpflichten, nach dem Studium im ländlichen Raum hausärztlich tätig zu werden.

·       Über das Förderprogramm zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung werden Praxisgründungen, -übernahmen oder Zweigpraxen finanziell unterstützt – insbesondere in strukturschwächeren Gebieten.

·       Das Land investiert über 200 Millionen Euro jährlich in die Krankenhausförderung, um moderne, wohnortnahe Kliniken zu sichern.

·       Mit dem Strukturförderprogramm für Pflege und Gesundheit werden sektorenübergreifende Versorgungsmodelle, Telemedizin und Gesundheitszentren gefördert.

Darüber hinaus unterstützt Baden-Württemberg die Akademisierung der Gesundheitsberufe, um neue Berufsbilder wie Physician Assistants oder Pflegefachkräfte mit erweiterten Kompetenzen zu etablieren.

Mussa und ihr TK-Team betonten, wie wichtig finanzielle Planungssicherheit und attraktive Ausbildungsbedingungen für den medizinischen Nachwuchs sind. Nur so könne man langfristig dem Fachkräftemangel begegnen.

„Gesundheit ist der beste Reichtum – und wir müssen alles daransetzen, dass sie überall erreichbar bleibt“, so Teufel und verweist auf den Kreis Rottweil: „Haus- und kinderärztliche Versorgung ist mir ein besonderes Anliegen“. Seit Jahren macht er auf die wachsenden Versorgungslücken aufmerksam – insbesondere in Rottweil, Schramberg und den umliegenden Gemeinden. Immer wieder kommt es dort zu langen Wartezeiten oder Schwierigkeiten bei der Nachbesetzung freiwerdender Arztsitze.

„Wenn Familien keinen Kinderarzt mehr finden oder ältere Menschen für eine Hausarztpraxis weite Wege in Kauf nehmen müssen, ist das ein Alarmzeichen“, so Teufel. „Gerade in einer Region wie unserer darf es keine medizinischen weißen Flecken geben.“

Zwar liegt die Sicherstellung der ambulanten Versorgung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, doch Stefan Teufel steht seit Jahren im engen Austausch mit der KV, den Kommunen und den Kliniken im Landkreis. Sein Ziel: gemeinsam Lösungen zu finden, um die wohnortnahe Versorgung zu stabilisieren – etwa durch neue Praxisformen, Ärztehäuser, Zweigpraxen und die gezielte Förderung junger Medizinerinnen und Mediziner.