"Unsere Gesellschaft steht vor großen sozialen Herausforderungen und genau hier im Mariahof wird gezeigt, wie Engagement, Fürsorge und Innovation Hand in Hand gehen können", betonte Teufel gleich zu Beginn seines Grußworts.
Nach der Begrüßung durch Caritasdirektorin Frau Schaer und einer Vorstellung der Einrichtung durch Verwaltungsleiter Joachim Bucher, verschaffte sich die Delegation bei einem Rundgang einen praktischen Eindruck von der Arbeit vor Ort.
In anschließenden Impulsvorträgen erläuterten Michael Spielmann (Abteilungsleitung Kind, Jugend und Familie) sowie Benjamin Drescher (Abteilungsleitung Altenhilfe, Pflege und Sozialwirtschaft) aktuelle Herausforderungen: Rückläufige Teilnehmerzahlen im Freiwilligen Sozialen Jahr, finanzielle Unsicherheiten und fehlende Anerkennung seien ebenso Thema wie der Fachkräftemangel in der Pflege und strukturelle Defizite bei Angeboten für Menschen mit Behinderung.
Teufel zeigte Verständnis und versprach Unterstützung: "Wir dürfen die jungen Menschen nicht verlieren. Freiwilligendienste müssen attraktiver werden, finanziell, strukturell und gesellschaftlich. Dafür braucht es eine stärkere Förderung durch das Land, aber auch Wertschätzung und Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit."
Er hob besonders die bisherigen Maßnahmen des Landes hervor, wie den „Stärkungspakt nach Corona“ zur Ausweitung der Schulsozialarbeit, die Förderung der Freiwilligendienste über den Landesjugendplan sowie Investitionen in Pflegekonzepte und Kinderschutzstrukturen.
Doch auch die Zukunft müsse aktiv gestaltet werden: „Wir brauchen mehr Anerkennungskultur, etwa über landesweite Freiwilligenpässe und verbindliche Qualitätsstandards, auch im Kinderschutz. Denn Prävention spart langfristig Leid und Kosten.“
Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche war der Ausbau multiprofessioneller Kinderschutzteams und die landesweite Koordination von Frühen Hilfen. Die Caritas betonte dabei die Notwendigkeit stabiler Finanzierungsstrukturen und ressortübergreifender Zusammenarbeit.
Im Bereich Pflege wurden innovative Versorgungsmodelle, Digitalisierung und internationale Fachkräftegewinnung als zentrale Stellschrauben genannt. Auch hierzu äußerte sich Teufel deutlich:
„Die Pflege darf nicht an der Bürokratie scheitern. Wir brauchen eine wohnortnahe, digitale und menschliche Pflegeversorgung, gerade im ländlichen Raum.“
Nach einem konstruktiven Austausch bei einem gemeinsamen Abendimbiss verabschiedete Frau Schaer die Teilnehmenden mit dem Appell, soziale Arbeit nicht nur zu diskutieren, sondern konkret zu gestalten.
Fazit des Abends: Ein klares politisches Bekenntnis zur Stärkung sozialer Dienste und ein Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit der Caritas vor Ort. Stefan Teufel fasste es abschließend so zusammen: „Wer wie der Mariahof Verantwortung für junge Menschen übernimmt, verdient nicht nur Respekt, sondern auch verlässliche politische Rahmenbedingungen. Daran arbeiten wir weiter gemeinsam.“