Landwirtschaft im Wandel – Starkes Signal für regionale Zukunftssicherung


Landwirtschaft im Wandel – Starkes Signal für regionale Zukunftssicherung

Landwirte übernehmen Verantwortung für Tierwohl, Ernährungssicherheit und Landschaftspflege – doch politischer Rückhalt und gesellschaftliche Anerkennung fehlen oft. Das wurde beim Dialogabend „Landwirtschaft im Wandel – Zukunft sichern durch regionale Stärke“ auf dem Bioenergiehof Dornhan einmal mehr deutlich.

In offener Atmosphäre diskutierten zahlreiche Landwirtinnen und Landwirte mit dem CDU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Stefan Teufel sowie dem Europaabgeordneten Dr. Andreas Schwab über Chancen und Herausforderungen der heimischen Landwirtschaft – von EU-Förderlogik über Agri-PV und Biogas bis hin zu FFH-Gebieten und Tierwohl-Auflagen. „FFH-Gebiete sind ein wichtiges Instrument für den Naturschutz – doch sie dürfen nicht dazu führen, dass wir uns selbst beim Ausbau erneuerbarer Energien blockieren. Biogas ist regional, verfügbar und grundlastfähig – wir brauchen pragmatische Lösungen statt ideologischer Verbote“ stellte Schwab klar, der verdeutlichte, dass die unterschiedlichen Interessen der Länder einen gemeinsamen Konsens oft schwierig machen.

Die Veranstaltung war geprägt von Ernsthaftigkeit, aber auch spürbarem Gestaltungswillen. Junge Landwirte signalisierten, dass sie ihren Beruf mit Leidenschaft ausüben – wenn Politik Planungssicherheit gibt. Gastgeber Matthias Ruthardt stellte eindrucksvoll seine Kreislaufwirtschaft vor, die nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch tragfähig ist. Er verdeutlichte: „Was wir brauchen, ist nicht immer mehr Regulierung, sondern Vertrauen, Vereinfachung und echte Partnerschaft.“

Drei Botschaften prägten den Abend:

1. Landwirtschaft ist Teil der Lösung – auch bei Energie und Klimaschutz

Moderne Landwirtschaft kann mehr: Sie produziert nicht nur hochwertige Lebensmittel, sondern liefert mit Biogas, Agri-PV und Nahwärme auch Beiträge zur Energiewende und regionalen Wertschöpfung. Stefan Teufel forderte daher vereinfachte Genehmigungsverfahren, klare rechtliche Rahmen für Agri-PV sowie passgenaue Förderprogramme für kleinere Biogasanlagen.

2. Regionale Versorgung stärken – Qualität statt Billigimport

Die Teilnehmer machten deutlich: Familienbetriebe brauchen faire Marktbedingungen, Planungssicherheit und Unterstützung bei Direktvermarktung und regionaler Logistik. Teufel betonte: „Wer Versorgungssicherheit will, muss regionale Erzeuger stärken – mit Herkunftskennzeichnung, innovativer Vermarktung und Investitionsförderung für tiergerechte Ställe und moderne Verarbeitung.“

3. Ländlicher Raum ist mehr als Kulisse – er braucht Infrastruktur

Die Herausforderungen reichen weit über den Acker hinaus: Rückzug öffentlicher Angebote, Mobilitätslücken und fehlender Wohnraum für Hofnachfolger gefährden die Vitalität vieler Dörfer. Teufel forderte: „Wir müssen das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) weiter ausbauen, Dorfzentren stärken und die Digitalisierung endlich lückenlos umsetzen und fasste den Abend zusammen: „Der ländliche Raum und seine Landwirtschaft sind systemrelevant – für Ernährung, Energie, Natur und Zusammenhalt“ und versprach gemeinsam mit dem Europaabgeordenten, die Anliegen nach Brüssel, Berlin und Stuttgart mitzunehmen.