Pflegedialog in Stuttgart: CDU-Landtagsfraktion diskutiert über die Zukunft der Pflege


Pflegedialog

Wie gelingt es, die Pflegeversorgung in Baden-Württemberg auch in Zukunft menschenwürdig, leistungsfähig und finanzierbar zu gestalten? Und wie innovationsoffen ist eigentlich unsere Pflegelandschaft? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Pflegedialogs der CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, der am Donnerstag im Haus der Abgeordneten in Stuttgart stattfand. Unter dem Titel „Pflege im Wandel – Perspektiven für die Pflege von morgen“ diskutierten Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Praxis über die Herausforderungen im und die Lösungsansätze für das Pflegesystem.

Organisiert wurde der Pflegedialog vom Arbeitskreis Soziales, Gesundheit und Integration der CDU-Landtagsfraktion. Er hat dazu mit Andrea Thiele, Vorstandssprecherin der St. Elisabeth-Stiftung Bad Waldsee, Kaspar Pfister, Geschäftsführender Gesellschafter der BeneVit-Gruppe, und Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, namhafte Experten eingeladen.

In seinem Grußwort machte Stefan Teufel MdL, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Arbeitskreises, deutlich, worum es im Kern geht: nicht allein um Strukturen und Zahlen, sondern vor allem um die Menschen hinter der Pflege. „Pflege ist mehr als ein Beruf – sie ist ein zentraler Stützpfeiler unserer Gesellschaft. Wer pflegt, verdient Respekt, Verlässlichkeit und die bestmöglichen Rahmenbedingungen“, so Teufel.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung gaben Andreas Storm und Kaspar Pfister, Impulse zu den politischen, leistungsrechtlichen, finanziellen und praktischen Herausforderungen in der Pflege. In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Tim Bückner MdL, kam zudem Andrea Thiele, Vorständin der St. Elisabeth-Stiftung, zu Wort.

Ein zentrales Thema war der zunehmende Fachkräftemangel.  Dabei bestand Einigkeit, dass sich sowohl im Bereich der Ausbildung als auch im Bereich der Vergütung schon viel getan hat. Zugleich wurde festgestellt, dass hinsichtlich der Diversifizierung von Ausbildungswegen und von Berufsbildern noch deutlich Luft nach oben besteht. Darüber hinaus wurde auch die Bedeutung innovativer Rekrutierungsstrategien betont.

Diskutiert wurden zudem die Chancen der Digitalisierung, etwa durch den Einsatz technischer Assistenzsysteme zur Entlastung von Pflegekräften und pflegenden Angehörigen. Zudem ging es um die bessere Integration innovativer Pflegekonzepte und -technologien in das Regelsystem der Versorgung. Immer wieder scheitere die Umsetzung vielversprechender Ansätze trotz nachgewiesener Wirksamkeit und Effizienz daran, dass der regulatorische Rahmen zu eng gestrickt sei. Das verschenke wertvolle Ressourcen und behindere zukunftsgerichtetes Engagement.

Stefan Teufel betonte in diesem Zusammenhang: „Wir brauchen weniger Bürokratie und mehr Handlungsspielräume für diejenigen, die vor Ort Verantwortung tragen – in den Einrichtungen, bei den Trägern, aber auch bei den Angehörigen. Politik muss den Rahmen setzen, damit Innovationen ankommen und wirken können.“

Zum Abschluss richteten die Teilnehmer den Blick auf den politisch-strukturellen Handlungsbedarf. Zwar lägen auf Bundes- und Landesebene bereits zahlreiche Einzelvorschläge auf dem Tisch, doch mangele es noch zu häufig an einer abgestimmten, sektorenübergreifenden Umsetzung. Mehrfach wurde der Ruf nach einem Gesamtkonzept, das von der häuslichen bis zur stationären Pflege reicht und verschiedene staatliche Ebenen einbezieht, laut. Die Anwesenden waren sich einig: Um die Pflege zukunftsfähig zu machen, brauche es ein Zusammenspiel aus politischem Willen, praktischer Erfahrung, gesellschaftlichem Konsens und vertrauensvoller Offenheit für neue Ansätze.

Teufel unterstrich abschließend: „Wir stehen in der Verantwortung, Pflege nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu gestalten – mit Mut zur Veränderung und mit Respekt vor den pflegenden Menschen, die – egal ob professionell oder informell pflegend – tagtäglich Enormes leisten.“