Stefan Teufel und Polizeipsychologe beim CDU-Arbeitskreis Bildung
Professor Gallwitz stellt Servicestelle "Gewalt an Schulen" vor / Kriseninterventionsstelle beim Land wird eingerichtet

Freitag, 25.02.2011
Exklusiv und exzellent: Der renommierte Polizeipsychologe Prof. Adolf Gallwitz stellte beim Arbeitskreis Bildung des CDU-Arbeitskreises Bildung in Rottweil die von ihm auf den Weg gebrachte Servicestelle Gewalt an Schulen vor. Ein Instrumentarium, mit dem der gelernte Erziehungswissenschaftler Kriseninterventionen durch dafür geschultes Personal durchführen will. Innerhalb kürzester Zeit, allerhöchstens in 24 Stunden, soll diese task force, die Eingreifgruppe, tätig werden, die Beteiligten an einen Tisch setzen und nach Lösungen suchen. Ohne Polizei, was für Professor Gallwitz ganz wichtig ist, da diese immer als Strafverfolgungsbehörde tätig sein müsste.
Warum die Präsentation beim CDU-Arbeitskreis Bildung? Die Bildungspolitiker der CDU im Kreis Rottweil hatten im Dezember vergangenen Jahres bei einem Besuch im Landtag auch ein Gespräch mit Kultusministerin Prof. Dr. Marion Schick. Mit dabei war auch Prof. Gallwitz, der ihr seinen Vorschlag bei der Gelegenheit unterbreitete und auch Innenminister Heribert Rech am gleichen Tag von der Idee begeisterte.
Und nun, einige Wochen danach, steht das Projekt vor dem Start. Nach einem Gespräch mit dem Polizeipräsidenten wird’s losgehen, werden die Schulen im ganzen Land die Möglichkeit erhalten, sich an die Servicestelle zu wenden, die sich im Übrigen auch um die Aus- und Weiterbildung von Schulleitern in Bezug auf Fällen von Gewalt jeglicher Art an den Schulen kümmern wird.
„Ich unterstütze Ihre Initiative voll und ganz und begrüße sie“, pflichtete der Landtagsabgeordnete Stefan Teufel dem Vorhaben des derzeit noch an der Polizeihochschule Villingen-Schwenningen unterrichtenden Psychologie-
professors. Er nannte Bildung und Infrastruktur als die beiden Schwerpunkte für die nächste Legislaturperiode, wobei die Initiative von Prof. Gallwitz in diesem Bereich an der Schnittstelle zwischen Innen- und Kultusressort genau richtig ansetze. Mit Kriseninterventionsmöglichkeiten auf pragmatischer Grundlage und in Zusammenarbeit mit dem schulpsychologischem Dienst, wie Prof. Gallwitz weiter ausführte.
In der von Daniela Dreher, der Vorsitzenden des Arbeitskreises, geleiteten recht lebhaften Diskussion, in der nicht nur die sichtbare Gewalt, sondern auch die subtile wie auch die so vielfältigen Ursachen dafür thematisiert wurden, zeigte Prof. Gallwitz an einer fast unendlich erscheinenden Liste auf, was zu gewalt-
tätigem Handeln führen kann: Ängste, Machtkämpfe, der Genuss von neuen Medien, das familiäre oder sonstige Umfeld, Traumata, das Nicht-beachtet-werden. Was Professor Gallwitz als besonders wichtig ansieht: frühe Anzeichen erkennen, sichtbare Probleme früh ernst nehmen.
Und wann geht es los mit der Servicestelle? lautete eine der gestellten Frage in der sehr informativen, von Nachdenklichkeit über einen wichtigen Bereich geprägten Veranstaltung. Eigentlich hat es schon begonnen, kann man feststellen, denn, so Professor Gallwitz, „wir bekommen bereits jetzt viele Anrufe.“ Denn es sind nicht nur die großen, Aufsehen erregenden Straftaten, die geschehen, sondern es ist die häufig subtile Gewalt, die Antworten verlangt. Und dass Prof. Gallwitz mit seiner task force Hilfen zu deren Bewältigung anbieten will, „ist eine ganz tolle Sache“, sagte Daniela Dreher und bedankte sich bei ihm auch für die Ehre, dass er sein Projekt beim CDU-Arbeitskreis Bildung öffentlich gemacht habe.





