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Michael Rohloff in einer Veranstaltung der Jungen Union über seinen Einsatz in Afghanistan

Leben zwischen Beachvolleyball und permanenter Gefahr

Sehr gerne würde Michael Rohloff wieder einmal nach Afghanistan gehen: dann um Urlaub zu machen „in einem der schönsten Länder der Welt“, wie er bei der Vortragsveranstaltung der Jungen Union Zimmern in der „Arche“ sagte.

 

Wie schön das Land am Hindukusch ist, zeigte der 24-Jährige auch mit seiner Power-point-Präsentation, auch mit Filmsequenzen, die die landschaftliche Vielfalt demonstrierten. Doch die knapp 100 Besucher waren nicht zu einem Reise- oder Urlaubsbericht in die „Arche“ gekommen, sondern um von Michael Rohloff aus erster Hand über seine Erfahrungen als Soldat im Norden Afghanistans hören.

 

„Wir nehmen Demokratie und Freiheit selbstverständlich hin, während dort Krieg herrscht und die NATO und eben auch deutsche Soldaten im Einsatz sind, um Strukturen zu schaffen, dass sich das Land irgendwann selbst verwalten und in Frieden leben kann“, sagte Christian Teufel, Vorsitzender der Jungen Union bei der Begrüßung und freute sich über den großen Zuspruch. Vielleicht waren auch deswegen so viele der Einladung der Jungen Union gefolgt, weil häufig nicht klar ist, ob die Berichte und Meldungen, die die Medien über Afghanistan transportieren, dem entspricht, was die Soldaten im Einsatz erleben. „Ich wunderte mich selbst manchmal über die Diskrepanz“, sagte Michael Rohloff, der nach einer Beschreibung von überraschenden Besonderheiten wie zu erlebenden Temperaturschwankungen bis zu 60 Grad Celsius seine knapp sechs Monate in der Nähe von Mazar-i Scharif darstellte. Mit den äußeren Gegebenheiten – im ersten Monat diente ein Zelt als Unterkunft, später wurde ein (Schlaf-)Container errichtet - und der in die Tat umgesetzten Idee, aus übrig gebliebenen Sandsäcken ein Beachvolleyballfeld zu machen. Wo Turniere auch mit Soldaten anderer Nationen durchgeführt wurden. Dies eher die teilweise amüsanten Nebensächlichkeiten – vor allem aber zeigte Michael Rohloff die Aufgaben auf, die die deutschen Soldaten im Verbund mit denen der anderen Nationen zu erledigen hatten: humanitäre Hilfe, Stabilisierung und Aufbau der nach vielen Jahren Krieg und Auseinandersetzung zerstörten Strukturen. Beispielsweise. Damit dann eines Tages ein anderes, friedliches Land von Afghanen selbst wird verwaltet werden können.

 

Auch wenn der Referent, der heute an der Dualen Hochschule in Villingen-Schwenningen studiert, davon erzählte, wie an Geburtstagen ein barbecue gefeiert wurde (und dann gab es auch mal ein Bier, wohingegen die Amerikaner in Afghanistan grundsätzlich Alkoholverbot haben), so sprach Christian Teufel bei seinen Dankesworten nach Vortrag und Diskussion davon, dass jeder Soldat eben auch sein Leben aufs Spiel setzt, der in Afghanistan seinen Dienst leistet.

 

Gefragt nach dem Sinn des Einsatzes, sprach Michael Rohloff ohne Zögern ein klares Ja. Weil er die dort zu erfüllenden Aufgaben als richtig ansieht und weil er will, dass das Land befriedet wird. Bevor dann die Besucher noch länger verweilten, miteinander die Diskussion weiterführten und die mitgebrachten Gegenstände des jungen Zimmerners – darunter zwei originale Burkas! unter die Lupe nahmen, bedankte sich der Landtagsabgeordnete Stefan Teufel in seinem Grußwort bei der Jungen Union Zimmern für die Durchführung der Veranstaltung und bei Michael Rohloff für seine eindrucksvollen Schilderungen: „Mit diesem Abend habt ihr einmal mehr die selbst gesteckte Aufgabe der JU wahrgenommen, zur Information und zum Dialog beizutragen und leistet so wertvolle politische Arbeit.“