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„Mein Votum für den Erhalt des Krankenhauses geschah aus voller Überzeugung“

Landtagsabgeordneter Stefan Teufel diskutiert in Schramberg über das Thema dieser Wochen / CDU-Politiker will weiter für Stärkung der ländlichen Räume kämpfen

Samstag, 12.03.2011

 

Infostand der CDU in Schramberg in der belebten Fußgängerzone am Samstagmorgen, am Nachmittag eine öffentliche Diskussionsveranstaltung im Gasthaus „Adler“ in Tennenbronn: jeweils mit dem Landtagsabgeordneten Stefan Teufel und jeweils zur bevorstehenden Landtagswahl: das bedeutet in diesen für die gesamte Raumschaft Schramberg unruhige Tagen, dass neben der Wahl für das Landesparlament die Krankenhaussituation von vielen Passanten und Diskussionsteilnehmern thematisiert wurde. Mal mit mehr, mal mit weniger Emotion oder auch Forderungen nach Konsequenzen. Stets aber mit dem anerkennenden Lob und Dank an den christdemokratischen Abgeordneten für sein Votum im Kreistag zugunsten der Erhaltung des Schramberger Krankenhauses.

„Meine Abstimmung, meine Entscheidung für Ameos habe ich aus innerer Überzeugung dafür getroffen, dass die Raumschaft eine stationäre medizinische Versorgung braucht“, sagte Stefan Teufel und kritisierte Helios insbesondere dafür, dass es kein Nachnutzungskonzept vorgelegt habe und auch keine Konzerngelder dafür zur Verfügung stellen werde. Obwohl das Unternehmen im Zuge der dualen Finanzierung Landesmittel für das Kreiskrankenhaus in Rottweil erhalten werde. Nun aber richte er sein ganzes Engagement dahin, Gräben zuzuschütten, Brücken zu bauen: „Ich will, dass wir die Raumschaft Schramberg nicht im Stich lassen und bin an Ihrer Seite im Kampf für eine qualifizierte medizinische Versorgung der 40 000 Menschen, die hier leben.“

Wie Stefan Teufel auch bei der Talstadtumfahrung nach dem kürzlich stattgefundenen Besuch von Verkehrsminister Peter Ramsauer dran bleiben will: „Es war gut, dass er als der entscheidende Mann für dieses Projekt hier war und sich an Ort und Stelle informierte. Wir haben ihm auch nahe gelegt, den der Topografiefaktor in das Kosten-Nutzen-Verhältnis einzuspeisen, was nach dem seit vielen Jahren geltenden Königsteiner Schlüssel bisher leider noch nicht der Fall ist.“ Nun gehe es darum, dass das Regierungspräsidium und die Landesregierung erneut in die Planungen einsteige, um eine Kostenreduzierung zu erreichen: „Ich sehe dann eine Chance zur Realisierung, wenn wir den Betrag auf unter 100 Millionen Euro drücken können.“

Denn Wachstum brauche Wege, stellte der CDU-Politiker fest. Straßen genau so wie die Schiene. Und er prognostizierte: „Die Baden-Württemberger werden von Stuttgart 21 einmal genau so überzeugt sein wie von der Messe auf den Fildern. Und mit S 21 müsse die ICE-Strecke Stuttgart – Rottweil – Singen abschnittsweise zweigleisig ausgebaut werden. Denn, so Stefan Teufel: „Wir im ländlichen Raum wollen nicht abgehängt werden. Wir wollen, dass unsere jungen Leute eine Perspektive haben, über qualifizierte schulische und berufliche Ausbildung bei uns arbeiten und leben können und wollen.“

Klare politische Aussagen – bei zahlreichen Gesprächen in der Fußgängerzone und auch später im „Adler“.

Dazwischen lag in der Reihe der CDU Schramberg „Blick hinter die Kulissen“ ein mehr als bemerkenswerter Besuch im Heimathaus in Tennenbronn. Was im Mai 2009 als Idee ihren Anfang nahm, wurde zu einem faszinierenden Einblick in die vielfältige Geschichte des neuesten Schramberger Stadtteils. Nicht nur weil es in ganz Deutschland nie einen zweigeteilten Ort mit den Zusätzen Evangelisch bzw. Katholisch gab. Die genau so liebevolle wie professionell zusammengestellte Darstellung aller Facetten der Geschichte Tennenbronns wirkt identitätsstiftend, wie Robert Hermann, der Leiter des Hauses feststellte. Und sie lässt die Geschichte bis zur Gegenwart lebendig werden: nicht zuletzt durch die Erläuterungen der jeweiligen Experten Alois Moosmann (mit dessen Postkartensammlung alles angefangen hatte, so Robert Hermann), Martin und Ernst Grießhaber, Karl-Heinz Moosmann und Alfred Kunz. Bis hin zu der Feststellung, dass die Eingemeindung nach Schramberg vor fünf Jahren der richtige Schritt gewesen sei. „Ich bin beeindruckt“, sagte Stefan Teufel und nahm die Anregung von Robert Hermann gerne auf, dieses Kleinod auch einmal Kollegen aus dem Landtag oder eventuell sogar dem Landwirtschaftsminister zu präsentieren.

Last not least: Dass Wahlkampf nicht nur ernst, sondern auch mit originellem Beiwerk gestaltet werden kann, zeigte die Frauen-Union beim Infostand am Morgen: CDU-Frauen präsentierten den teilweise recht überraschten Passanten Schwarzwursthäppchen. Mit einem „und wir geben unsern Senf dazu,“ bekam jeder Bissen zusätzlich die perfekte Würze.