„Frauen helfen Frauen“ im Gespräch mit dem Abgeordneten Stefan Teufel
"Es darf nicht sein, dass Frauen körperliche und psychische Gewalt als persönliches Schicksal betrachten“
„Frauen helfen Frauen“, so heißt der Verein, der genau nach dieser Devise seit genau 20 Jahren Hilfe anbietet für Frauen und Mädchen in Notsituationen. Und dass es viele schwierige Situationen gibt, auch im Kreis Rottweil, und dass diese Hilfestellung in zahlreichen, ganz unterschiedlichen Fällen dringend notwendig ist, darüber informierten Petra Wagner und Karin Weise vom Team um den Vorstand sowie die psychologische Beraterin Hanne Blust und die Diplom-Sozialpädagogin (BA), Renate Weiler, die Mitarbeiterinnen des Vereins, den Rottweiler Landtagsabgeordneten Stefan Teufel. Noch immer sei körperliche und psychische Gewalt gegen Frauen ein Tabuthema in unserer Gesellschaft, mussten sie in dem Gespräch mit dem CDU-Politiker feststellen, und so ist es eines ihrer Ziele, zu verhindern, dass Frauen und Mädchen Gewalt, gleich in welcher Form, als ihr persönliches Schicksal betrachten und sich auch noch dafür schämen. Dabei sind Frauen aus allen Schichten der Gesellschaft betroffen, berichteten sie weiter: manchmal ginge es um Leben und Tod.
Als stellvertretender Vorsitzender im Sozialausschuss des baden-württembergischen Landtags ist er nahe an der Thematik und versprach dem Verein seine Unterstützung, wo immer dies ihm möglich ist, so Teufel. Und wie sehr Unterstützung notwendig ist, zeigten die Vertreterinnen des Vereins mit seinen derzeit gut 110 Mitgliedern, bei der Darstellung ihrer vielfältigen Arbeit und begrenzten Mitteln.
Der Verein ist bestrebt, soweit die finanziellen Mittel dies ermöglichen, neben der Beratung auch in der Prävention tätig zu sein. Mit MustAng (Mut statt Angst), einem in Schulen durchgeführten Projekt, sollen Mädchen lernen, sich selbst zu Wert zu schätzen und „nein“ zu sagen. Derzeit wird außerdem geprüft, ob die Beratungstätigkeit speziell auf den Bereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern erweitert werden kann.
Der christdemokratische Abgeordnete zeigte sich sichtlich beeindruckt von den Schilderungen der Vertreterinnen des Vereins, der in den zwei Jahrzehnten seit Bestehen Wertvolles und Wichtiges geleistet hat, der aber bedauerlicherweise nach wie vor notwendig ist.
So auch, wenn sie Frauen nahe bringen wollen, dass sie diese Gewalt nicht aushalten müssen, und wenn der Migrantenanteil relativ gering ist, weil hier oftmals die Meinung vorherrscht, Züchtigung sei normal, dann zeigt dies umso mehr, wie notwendig Aufklärungsarbeit und Hilfe notwendig sind.
Hilfe in akuten Lebenskrisen, Unterstützung auch, wenn es um Rechte gegenüber Behörden und Institutionen geht und vieles mehr: Dass der Verein hoch professionell arbeitet, aber bei besserer finanzieller Ausstattung noch wirkungsvoller tätig sein könnte, dies wurde in dem sehr eindrucksvollen Gespräch zwischen den Vertreterinnen von „Frauen helfen Frauen“ und dem christdemokratischen Abgeordneten deutlich. Der ihre Arbeit würdigte und versprach, für „Frauen helfen Frauen“ zu werben: „Ich bin Ihnen sehr dankbar dafür, dass Sie mit so großem Engagement für die eintreten, die Ihre Hilfe existenziell nötig haben. Und Sie können auf mich zählen, wenn Sie ein Anliegen haben.“





