Beruf Mama – auf Besuch beim Tagesmütterverein

Freitag, 11.02.2011
Der Beruf Mama, oft unterschätzt und dennoch heutzutage nicht mehr wegzu-
denken. Im Gespräch mit dem Rottweiler Tagesmütterverein, der Vorsitzendenden Anneliese Bendigkeit und ihren Tages-
pflegepersonen konnte sich der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Teufel ein genaues Bild machen.
Die Nachfrage nach Tagesmüttern und Kinderfrauen ist groß: derzeit betreuen 250 ausgebildete Tagesmütter und auch –väter! über 150 Kinder im Kreis. „Große Verantwortung für wenig Geld“, berichtet eine Tagesmutter, die von Herzen diesen Job macht. Ohne ehrenamtliches Engagement geht hier gar nichts - da war Stefan Teufel einig: „3,90 Euro, die vom Jugendamt über-
nommen werden, ist eine viel zu geringe Entlohnung“, und verspricht in Stuttgart die Angelegenheit im Sozialausschuss zu thematisieren, sagt seine Unterstützung zu. Denn gleichwertige Tätigkeit, wie sie auch in den Kinder-
tagesstätten verrichtet und entlohnt wird, muss auch für die Tagesmütter und –väter gelten. Denn die Qualifizierung, die von 62 Stunden auf über 160 Unterrichtseinheiten gesetzlich vorgeschrieben wurde, soll sich schließlich auch finanziell ausgeglichen werden.
Teufel ist überzeugt, dass sich mit dem Angebot des Tagesmüttervereins eine unentbehrliche Alternative zur Kindergrippe in Rottweil bewährt hat und weiter Bestandteil der Kinderbetreuung bleiben muss. „Wir brauchen diese notwendige Wahlmöglichkeit für Familien und auch Alleinerziehende, für die es sonst keine Chance auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt“, so Teufel. „Der für das Jahr 2013 festgeschriebene Rechtsanspruch für Betreuung von 35 Prozent muss nicht auf die Kitas beschränkt sein“, so Teufel weiter. Vielmehr sollen, so sind sich alle einig, den Eltern die Möglichkeit geboten werden, die für sie und das Kind richtige Betreuung zu wählen.
Politik kann die Eltern nicht ersetzen. „Allerdings brauchen wir die richtigen Rahmenbedingen und Möglichkeiten, um die optimalen Voraussetzungen zu schaffen, und verweist auf das vom Land mit jährlich 8 Mio. Euro geförderte Programm STÄRKE, das noch intensiver und frühzeitiger den werdenden Eltern zur Unterstützung angeboten werden sollte.
In den ersten sechs Lebensjahren des Kindes werden wesentliche Grundlagen für den späteren Lebensweg gelegt. Sowohl die Erziehung in der Familie als auch in öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtungen, durch Tagesmütter oder durch Tagesväter prägen die kindliche Entwicklung. So vielfältig wie die Lebensentwürfe der Familien in Baden-Württemberg sind, so individuell fallen die Entscheidungen für die beste Betreuungsform aus.





