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Arbeitsplätze für 60 Behinderte CDU-Abgeordneter Stefan Teufel besucht Baustelle der Neckarwerkstatt, die Ende 2011 eröffnen soll

„Gerade bei diesem Projekt hat sich das Bohren dicker Bretter und der lange Leidensweg gelohnt.“ Der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Teufel hat am Mittwoch die Baustelle der Neckarwerkstatt für Behinderte im einstigen Edeka besucht.

 

Baustellenbesichtigung in der künftigen Neckarwerkstadt für Behinderte im Sulzer Allmandgäßle. Von links im Bild Werkstatt-Geschäftsführer Peter Goldinger, Architekt Jürgen Bauer, Roland Schreiber von der Lebenshilfe Horb-Sulz, CDU-Landtagsabgeordneter Stefan Teufel und Bürgermeister Gerd Hieber.

Sulz. Als Mitglied des Sozialausschusses ist Teufel die Thematik der Behindertenwerkstätten im Land nicht neu. Dezentral sollen sie sein und dadurch wohnortnah. Das kann man vom Standort mitten in der Sulzer Talstadt durchaus behaupten. „Es geht um die Menschen mit Behinderung, die wir näher zur normalen Arbeitswelt bringen müssen“, sagte Teufel, der damit auch auf das Thema Inklusion anspielte, das auch in der Behindertenkonvention der Vereinten Nationen ein zentraler Punkt sei. „Dazu ist die Neckarwerkstatt eine Brücke“, so Teufel weiter. Auch der Sulzer CDU-Chef Herwart Kopp freute sich über die zentrale Lage im Allmandgäßle: „Das ist optimal – so kommen die Behinderten in Sulz unter die Leute.“


Auf der Baustelle der Neckarwerkstatt im Sulzer Allmandgäßle wird wieder gearbeitet.

hz Teufel weiß auch um den „schwierigen Konsens“, den es zwischen den Landkreisen Rottweil und Freudenstadt zu finden galt. Denn die Neckarwerkstatt wird von mehreren Vereinen getragen, von der Lebenshilfe Horb-Sulz und von der Lebenshilfe im Kreis Rottweil. Klar, dass so eine Landkreis- und Regierungsbezirk-übergreifende Zusammenarbeit nicht ungestreift vonstatten geht.

Drum berichtete Architekt Jürgen Bauer auch von Voruntersuchungen im einstigen Sulzer Supermarkt 2006 und von einer Dachsanierung 2008, um die Bausubstanz zu schützen: „Da kam schon das Wasser durch.“ Auch die Stadt Sulz hat diese Sanierung mit Zuschüssen aus dem Sanierungsprogramm Soziale Stadt gefördert.

Ansonsten ist nicht viel Sichtbares passiert, seit das Gebäude 2006 erworben wurde. Jetzt aber tut sich wieder was im Allmandgäßle: Die Arbeiter haben schon Trennwände eingebaut, um den einstigen Verkaufsraum in drei Werkstatt-Bereiche und verschiedene Sozial- und Gruppenräume aufzuteilen: Ruheräume, Schulungs- und Besprechungsräume, behindertengerechte Sanitär- und Umkleideräume sowie ein Speisesaal, der mittels Schiebetüre mit einem Mehrzweckraum für größere, betriebsinterne Veranstaltungen verbunden werden kann.

Die Südfassade des Zweckbaus soll komplett geöffnet werden, sodass dann Ende 2011 eine taghelle Werkstatt mit großen bodentiefen Fenstern zum Parkplatz hin eröffnet werden kann. Auch Anlieferung und Abholung soll vom Parkplatz her im hinteren Bereich des Gebäudes ablaufen, sodass die Behinderten ungefährdet im vorderen Bereich den Personaleingang benutzen können. Das Lager muss – der bestehenden Bausubstanz geschuldet – ins Untergeschoss ausweichen. Dort gibt es auch vermietete Garagen und den einstigen Teppichladen, der ebenfalls vermietet werden soll. Die Umbaukosten schätzt Architekt Bauer auf etwa 1,6 Millionen Euro. Mit Kauf und allem was dazu gehört werde das ganze Projekt aber 2,2 bis 2,3 Millionen Euro kosten.

Ausgelegt ist die Neckarwerkstatt für 60 Behinderte, die dort von der einfachen Drehbank bis zur CNC-Maschine die verschiedensten Arbeitsplätze vorfinden werden. „Es geht nicht mehr nur ums Kugelschreiber zusammen schrauben“, betonte Teufel, dass die Behinderten in solchen Werkstätten heute hoch qualifizierte Arbeiten ausführen. Etwa zehn bis 15 weitere Beschäftigte werden die Behinderten anleiten oder sich um deren Verpflegung und Wohlergehen kümmern.

Es sei wichtig, mit dem lokalen produzierenden Gewerbe zu kooperieren, so Teufel. Der Schulterschluss zur Wirtschaft sei ebenso nötig wie der zur Stadtverwaltung und zu den politischen Parteien vor Ort. „Es ist wichtig, dass man viele Fürsprecher hat“, so Teufel.

Es gebe bereits jetzt Firmen aus Sulz, die Aufträge an die Schwarzwaldwerkstatt der Lebenshilfe in Dornstetten vergeben, so Bernd Schreiber aus Sulz, der das Projekt bei der Lebenshilfe seit Jahren begleitet. Und es sei von den Firmen auch zugesichert, dass weiterhin Aufträge an die Neckarwerkstatt vergeben werden, so der Geschäftsführer in Dornstetten und Sulz, Peter Goldinger.

Auch das Einzugsgebiet der Sulzer Werkstatt werde kreisübergreifend sein, so Goldinger. Von Empfingen entlang der Autobahn bis Oberndorf und zurück durchs Neckartal über Sulz bis Horb – das sind die Wohnorte der Behinderten, die künftig in Sulz ihre Arbeitsstellen haben werden. „Man macht nicht an der Kreisgrenze halt“, versprach der Rottweiler Sozialdezernent Bernd Hamann auch für den Hol- und Bringedienst.