Agentur für Arbeit Rottweil diskutiert mit Landtagsabgeordnetem
Herausforderungen für modernen Arbeitsmarkt im ländlichen Raum analysiert
Die auf 1. Januar 2013 terminierte Fusion mit der Agentur für Arbeit in Villingen-Schwenningen, die aktuellen Zahlen und Daten zum Arbeitsmarkt im Landkreis, oder die geplanten Neuerungen aus der Politik: die Geschäftsführung der Rottweiler Agentur für Arbeit hatte beim Besuch des Landtagsabgeordneten für den Kreis Rottweil, Stefan Teufel, der sich in der vergangenen Woche Zeit für den Dialog nahm, jede Menge Gesprächsstoff.
Die Vorsitzende der Geschäftsführung, Sibylle Liechti, Ihr Stellvertreter und Geschäftsführer des operativen Bereichs, Gerhard Mager sowie die Personalratsvorsitzende und Presse-sprecherin, Kerstin Kuschke, unterrichteten Teufel zur geplanten Fusion der Agenturen für Arbeit Rottweil und Villingen-Schwenningen. Mit Hauptsitz in Villingen soll es neben Umstrukturierungen keine großen Einschnitte für Kunden und die Mitarbeiter aus Gründen des Fusion geben: „Es muss sich kein Mitarbeiter räumlich verändern, allerdings in der Aufgabe. Der Kunde – und dies ist uns sehr wichtig – merkt nichts von den internen Veränderungen“, so Gerhard Mager. „Die Aussage zu den Kunden bedeutet mir sehr viel. Generell sind Entscheidungen einer Zusammenlegung von Standorten natürlich bedenklich. Es ist wichtig, dass die Agentur weiter gut aufgestellt ist. Dies werde ich im Auge behalten“, äußerte sich Teufel zu den Ausführungen Magers.
In Baden-Württemberg habe man Rang 2 von 24 Agenturen inne, zudem sei man sozusagen in der Vollbeschäftigung, ließ Mager Teufel wissen. Die Arbeitsmarktzahlen für den Kreis sind weiterhin sehr gut. In der Region Rottweil/Tuttlingen ist die Arbeitslosigkeit im Dezember 2011 nur sehr leicht gestiegen und im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sogar gesunken. 4000 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. 199 mehr als im November. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 2,7 Prozent (Vorjahr: 3,6 Prozent). Aus den geläufigen Gründen wie dem demographischen Wandel, Fluktuation oder schlicht unmöglichen Vermittlungschancen setze sich die Zahl der 4000 Arbeitslosen zusammen.
Stefan Teufel setzte seine Gesprächspartner auch nochmals zu seinen Zielen und den Handlungsempfehlungen der Enquetekommisson „Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft – berufliche Schulen, Aus- und Weiterbildung“ in Kenntnis. Die Kommission, welcher auch Teufel im Landtag angehörte, hatte Einzelvorschläge für die Zukunft des beruflichen Schul-wesens, der dualen Ausbildung sowie der allgemeinen und beruflichen Aus- und Weiterbil-dung ausgearbeitet. „Individuelle Bildungspotentiale auszuschöpfen, und aber auch den Fachkräftebedarf nicht zu vernachlässigen, waren die wichtigsten Ziele der Kommission. Die persönliche Entwicklung und die berufliche Perspektive eines jeden jungen Menschen wollen wir damit fördern. Dies wirkt sich auf den Landkreis Rottweil insofern aus, dass wir die Berufsschulen weiter stärken wollen und das Fachenglisch als Pflichtfach favorisieren. In Sachen Berufsbilder bin ich zudem weiterhin für eine Reduzierung. Eine Beschulung ist nur dann möglich, wenn wir uns auf deutlich weniger Berufsbilder beschränken. So bekommen wir auch die Klassen wieder voll. Im Endeffekt muss das Berufsschulzentrum als Ort für lebenslanges Lernen ausgebaut werden, hierfür setze ich mich weiter mit Nachdruck ein“, so Teufel, der hier auch in engem Kontakt mit der Arbeitsagentur handeln möchte.
„Wir dürfen natürlich keine Jugendlichen mit Chancen auf eine Ausbildung verlieren. Bei Arbeitslosen, die auch nicht wirklich zur Qualifikation befähigt sind, wird es jedoch sehr schwer“, fasste Sibylle Liechti zusammen. „Wer motiviert, engagiert und pflichtbewusst ist, hat aber sehr gute Chancen“, fügte Gerhard Mager hinzu. Stefan Teufel freute sich über die positiven Neuigkeiten. Der sehr gute Dialog soll weiterhin fortgeführt werden.





